Rückblick zum Offenen Treffen vom 7. Juni 2017

Viele Informationen zur Arbeit unserer Bürgerinitiative

Am 7. Juni fand in der "Alten Abtei" in Wadgassen wieder ein offenes Treffen statt, zu dem wir alle interessierten Bürger eingeladen hatten. Zu unserer großen Freude konnten wir zahlreiche Gäste begrüßen, von denen einige auch zum ersten Mal unserem Aufruf gefolgt waren.

Die Moderation und Gestaltung übernahm an diesem Abend unser Vorstandsmitglied Karl-Heinz Latz, unterstützt von Björn Gehl, Karl-Heinz Weiss und Roland Hick.

"Ein dichtgedrängtes Programm"

mit einer Fülle von Informationen hatten wir für diesen Abend zusammengestellt.

Zunächst rekapitulierte Herr Latz die Aktionen und Termine unserer BI im zeitlichen Kontext der Landtagswahl und der darauffolgenden Wochen. Es gab in dieser Zeit diverse Kontaktpunkte in die politischen Gremien der Gemeinden Wadgassen und Überherrn und der Landesregierung. In Einzelterminen und in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis "Gegenwind Saar" konnten wir mehrfach unsere Argumente gegen Windkraftanlagen in Waldgebieten darstellen und das auch noch rechtzeitig vor Beginn der Koalitionsverhandlungen und der damit verbundenen Ausarbeitung des neuen Koalitionsvertrags zwischen CDU und SPD Saar für die kommende Legislaturperiode.

Anschliessend wurden diejenigen Passagen des Koalitionsvertrags vorgestellt und kommentiert, die das Thema Ausbau, Genehmigung und Betrieb von Windkraftanlagen betreffen. Lesen Sie dazu auch unseren ausführlichen Beitrag vom 21. Mai 2017.

Und wie nicht anders zu erwarten, gibt es dabei aus unserer Sicht Licht und Schatten. Als Beispiel seien hier (ohne weitere Kommentierung) zwei Folien aus dem Vortrag gezeigt. Mit diesen Punkten werden wir uns in den nächsten Monaten intensiv auseinandersetzen.

(Mit der Maus kann der Wechsel angehalten werden)

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Kollateralschäden

Im weiteren Verlauf des Vortrags wurden beispielhaft zwei Fälle von "Kollateralschäden" aufgezeigt, die beim Betrieb von Windkraftanlagen vorkommen und unserer Ansicht nach unbeherrschbar bleiben.

Ein besonderes Thema ist der Eisfall. Bei bestimmten Wetterlagen kommt es immer wieder vor, dass sich Eis an den Rotoren bildet, das bei Tauwetter entweder einfach abfällt oder sogar von der Anlage weggeschleudert wird - im ungünstigen Fall hunderte Meter weit. Unser Mitglied Karl-Heinz Weiss hat auf seinen Exkursionen per Foto dokumentiert, dass es sich die Betreiber von Windparks sehr einfach machen und die Umgebebung für solche Fälle pauschal und weiträumig zum Sperrgebiet erklären.

D. h. der Zugang oder das Passieren dieser Zonen, aus welchem Grund auch immer, bleibt zu solchen Zeiten allen Personen schlichtweg verwehrt. Dieser Zustand kann mehrere Tage andauern. Wann aber genau mit Einwurf zu rechnen ist, kann der unbedarfte Passant nicht wissen.

Da es sich bei den betroffenen Gebieten teilweise um öffentliche Flächen und Wege handelt, stellt sich die Frage nach der Rechtmässigkeit und nach der Verantwortung, falls trotzdem jemand zu Schaden kommt. In den Gesprächen erleben wir immer wieder, dass sich die Betroffenen vor Ort überhaupt nicht über solche Konsequenzen im Klaren sind.

Eine Arbeitsgruppe der BI unter Federführung von Martin Kuhn hat dazu ein Positionspapier entwickelt, dessen Inhalte wir in den nächsten Wochen thematisieren und auch auf dieser Homepage vorstellen werden.

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Der zweite Fall betrifft den am Erzberg getöteten Rotmilan. Wir berichteten bereits am 16. Mai in einem Beitrag darüber (siehe Foto-Link).

Dieser bedauerliche Vorfall hat mittlerweile viel Bewegung in die öffentliche Diskussion gebracht und beeinflusst offenbar bereits jetzt die Praxis der Betriebsauflagen für Windkraftbetreiber im Saarland. Zeigt er doch, dass mit einer Auflage und vermeintlich gutem Willen in Punkto Tierschutz noch nichts geholfen ist. Wir hoffen, dass diese Erkenntnis auch Einfluss auf die zukünftige Genehmigungspraxis haben wird.

Auch in dieser Frage bleiben wir weiter am Ball.

Beim anschließenden Gespräch mit den Teilnehmern hat sich der Eindruck ergeben, dass das Thema Windkraft durch die öffentliche Berichterstattung während des Landtags-Wahlkampfs im Saarland zwar stark wahrgenommen wurde. Hinsichtlich der Details und der lokalen Relevanz besteht jedoch weiterhin sehr viel Unsicherheit. Hier hilft Schwarz-Weiss-Malerei niemandem weiter, sondern nur die Recherche, die Aufbereitung und die Bereitstellung von Informationen sowie der faire Dialog mit allen Beteiligten. 

Wie Ulrich Leyhe (bekannt als Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Saarlouis) in einem kurzen Statement erklärte, wird das demnächst auch in der Gemeinde Wallerfangen akut werden, wenn die Pläne für eine Reihe von Windparks auf dem Saargau erstmal auf dem Tisch liegen. Dort steht am 26. Juni im Gasthaus Ehl die Gründungsversammlung einer weiteren Bürgerinitiative unmittelbar bevor, für die er in seiner Eigenschaft als betroffener Bürger warb. Wir werden dazu noch eine Nachricht verteilen.

Frei nach dem saarländischen Slogan "Großes entsteht immer im Kleinen" ist eine solche Initiative immer ein langer Weg mit sehr vielen kleinen Schritten. Wir als BI zum Schutz des Wadgasser Waldes sind auf diesem Weg und freuen uns, wenn wir gehört werden. Natürlich brauchen wir dabei jeden denkenden Kopf und jede helfende Hand, die wir kriegen können.

In diesem Sinne "Herzlichen Dank für die Teilnahme und auf bald".

Sehen Sie hier einige Fotos der Veranstaltung